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FaGefit
Vitalwerte · 6-R · Injektionen · Betm

HKB D — Medizinaltechnische Verrichtungen: was du delegiert ausführst

Medizinaltechnische Verrichtungen sind delegierte Tätigkeiten — du führst sie aus, wenn (a) eine ärztliche Verordnung schriftlich vorliegt, (b) dein Kompetenznachweis im Ausbildungsdossier dokumentiert ist und (c) Patient und Situation stabil sind. Grundlage: OdASanté Kompetenzliste FaGe (revidiert 2024), Heilmittelgesetz HMG und Betäubungsmittelkontrollverordnung BetmKV.

Geprüft werden konkret die Vitalwerte-Normen (BD 120/80, HF 60–100, AF 12–20, SpO2 ≥94 % aber COPD 88–92 %, Temp 36.0–37.5 °C, BZ 4.0–5.6 mmol/L nüchtern), die 6-R-Regel bei Medikamentenabgabe, Injektionstechniken (s.c. 90° kein Aspirieren bei Insulin/Heparin, i.m. mit Aspirieren, i.v. ist FaGe-verboten), die Heilmittel-Listen A/B/D/E und der Umgang mit Betäubungsmitteln (Doppelverschluss-Schrank, Betm-Kontrollblatt mit Doppelunterschrift, BetmKV Art. 6).

Auf FaGefit übst du an realistischen Verordnungen: BZ-Korrektur nach Insulin-Schema (BZ 14.2 mmol/L → +6 IE Novorapid s.c. abdominal, 2-fach-Kontrolle), Verbandwechsel chronische Wunde nach TIME-Konzept (Tissue/Infection/Moisture/Edge), Sauerstoff via Nasenbrille (Liter-Wert darf FaGe nicht eigenständig erhöhen, auch bei schlechter SpO2).

Das musst du können

  • Vitalwerte-Normen Erwachsene auswendig: BD, HF, AF, SpO2, Temp, BZ
  • 6-R-Regel sicher: richtiger Patient, Medikament, Dosis, Applikationsart, Zeit, Dokumentation
  • s.c.-Injektion: 90°, Kurznadel 4–8 mm, kein Aspirieren bei Insulin/Heparin
  • i.m.-Injektion: ventroglutäal (Hochstetter) oder deltoid, aspirieren vor Injektion
  • i.v.: für FaGe nicht erlaubt — Vorbereitung erlaubt, Anhängen verboten
  • Heilmittel-Listen A/B (Rezeptpflicht), D/E (rezeptfrei) — Aufbewahrung + Abgabe
  • Betm-Handling nach BetmKV Art. 6: Doppelverschluss, Kontrollblatt, Restmengen-Zeuge
  • Wundmanagement TIME-Konzept: Material nach Wundphase (Hydrokolloid / Alginat / Aktivkohle)

Beispielaufgaben

8 Aufgaben aus dem Archiv
Multiple ChoiceNiveau 3/5

Wie lautet der Wertebereich der Braden-Skala zur Einschätzung des Dekubitusrisikos?

  1. A6 bis 23 Punkte
  2. B10 bis 50 Punkte
  3. C1 bis 10 Punkte
  4. D0 bis 30 Punkte
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Multiple ChoiceNiveau 3/5

Ab welchem Braden-Punktwert gilt ein Erwachsener üblicherweise als dekubitusgefährdet?

  1. AGenau bei 10 Punkten gilt der Erwachsene als dekubitusgefährdet.
  2. B≤ 18 Punkte (je tiefer, desto höher das Risiko)
  3. CNur bei einem Punktwert unter 5 gilt das Risiko als relevant.
  4. DErst ab einem Punktwert von ≥ 20 gilt das Risiko als erhöht.
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Multiple ChoiceNiveau 3/5

Welches ist ein typisches Beispiel aus der Arzneimittelgruppe «Benzodiazepine»?

  1. AEnalapril, Lisinopril, Ramipril (Endung -pril)
  2. BAmoxicillin, Amoxicillin/Clavulansäure (Augmentin)
  3. CCefuroxim, Ceftriaxon
  4. DDiazepam (Valium), Lorazepam (Temesta), Midazolam (Dormicum)
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Multiple ChoiceNiveau 2/5

Was ist ein «Generikum»?

  1. AEin neuartiges Medikament, das erstmals auf den Markt kommt — als Definition Generikum in der Schweizer Pflegepraxis nach Swissmedic-Bestimmungen.
  2. BWirkstoffgleiches Nachahmerpräparat nach Patentablauf des Originals — i.d.R. günstiger.
  3. CEin rezeptfreies Vitaminpraeparat — als Definition Generikum in der Schweizer Pflegepraxis nach Swissmedic-Bestimmungen Schweiz.
  4. DEin homoeopathisches Arzneimittel ohne messbaren Wirkstoff — als Definition Generikum in der Schweizer Pflegepraxis nach Swissmedic-Bestimmungen.
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Multiple ChoiceNiveau 2/5

Wofür steht die Applikationsabkürzung «rektal»?

  1. Aintravenös (in die Vene)
  2. Bintramuskulär (in den Muskel)
  3. Crektal (in den Enddarm)
  4. Dper os (durch den Mund, geschluckt)
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Richtig / FalschNiveau 2/5

«Feuchtigkeit der Haut» ist eine der Dimensionen der Braden-Skala und wird mit 1–4 Punkte bewertet.

RichtigFalsch
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Richtig / FalschNiveau 3/5

Ein Generikum enthält denselben Wirkstoff wie das Originalpräparat, kann aber andere Hilfsstoffe enthalten.

RichtigFalsch
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Multiple ChoiceNiveau 3/5

Wann wird bei einer modernen Wundauflage (z. B. Hydrokolloid) der Verband gewechselt?

  1. AEinmal pro Woche Montagmorgen.
  2. BBei Durchfeuchtung oder Ablösung
  3. CStrikt alle 24 Stunden, unabhängig vom Zustand.
  4. DNur wenn die Klientin es fordert.
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Häufig gefragt

Muss ich Insulin s.c. aspirieren?

Nein. Bei s.c.-Injektionen mit Kurznadel (4–8 mm) ist Aspirieren weder nötig noch sinnvoll — es erhöht das Hämatomrisiko. Aspiriert wird nur bei i.m.-Injektionen, um sicherzugehen, dass die Nadelspitze nicht in einem Blutgefäss liegt. Bei Insulin/Heparin s.c. zählt die korrekte Injektionsstelle (Bauch ≥2 cm vom Nabel, Oberschenkel, Oberarm), nicht das Aspirieren.

Darf ich Sauerstoff eigenständig erhöhen, wenn die SpO2 sinkt?

Nein. Sauerstoff ist ein verordnungspflichtiges Medikament (HMG). Bei sinkender SpO2 informierst du die Pflegefachperson oder den Arzt — diese passen die Verordnung an. Du darfst die verordnete Menge korrekt verabreichen (Nasenbrille, Maske), die Liter aber nicht eigenständig erhöhen. Bei COPD ist das besonders kritisch, weil zu viel O2 eine CO2-Retention auslösen kann (Zielbereich 88–92 % statt ≥94 %).

Was darf ich beim i.v. machen?

Vorbereiten ja: Infusion kontrollieren (Name, Dosis, Verfalldatum), beschriften, datieren. Anhängen an den Patienten (Konnektion an Venflon, Bolus-Gabe, Geschwindigkeit-Regulieren) ist nicht FaGe-Kompetenz — das macht die dipl. Pflegefachperson HF/FH. Diese Grenze ist klar geregelt in der OdASanté-Kompetenzliste.

Wie funktioniert das Betm-Kontrollblatt?

Bei jeder Ausgabe von Betäubungsmitteln (Morphin, Fentanyl, Methadon) musst du das Betm-Kontrollblatt führen: Datum, Zeit, Patient, Dosis, deine Unterschrift + Unterschrift einer Zweitperson. Restmengen werden mit Zeuge vernichtet (z.B. halbe Morphin-Ampulle in Restmengenbehälter). Nachträgliches Unterschreiben am Schichtende ist BetmKV-Verstoss — Doppelkontrolle muss in Echtzeit erfolgen.

Was ist das TIME-Konzept bei chronischen Wunden?

TIME steht für Tissue (Gewebe — debridieren nötig?), Infection (Infektion — Antibiotikum?), Moisture (Feuchtigkeit — zu trocken/feucht?), Edge (Wundrand — mazeriert?). Material wird nach Wundphase gewählt: Hydrokolloid bei Granulation, Aktivkohle bei Geruch, Alginat bei starker Exsudation. Verbandwechsel aseptisch.