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FaGefit
ABCDE · NEWS2 · ISBAR · Palliativ

HKB C — Anspruchsvolle Pflege, Notfall und Palliative Care

HKB C deckt die komplexen, instabilen und palliativen Situationen ab — die Momente, in denen strukturiertes Erkennen, schnelles Handeln und präzise Kommunikation den Unterschied machen. Geprüft werden konkret das ABCDE-Schema (Airway · Breathing · Circulation · Disability · Exposure), der NEWS2-Frühwarnscore (≥5 Punkte = Notruf an Pflegefachperson, ≥7 = Reanimationsteam) und die ISBAR-Übergabestruktur.

Im Bereich Palliative Care orientiert sich die QV an der 'Nationalen Strategie Palliative Care' der Schweiz: WHO-Schmerzleiter (Nicht-Opioide → schwache Opioide → starke Opioide), die 5 häufigsten Symptome am Lebensende (Schmerz, Dyspnoe, Rasselatmung, Unruhe/Delir, Übelkeit), Sterbephasen nach Kübler-Ross, Mundpflege alle 1–2 h statt routinemässiger Flüssigkeitssubstitution.

Auf FaGefit übst du Notfall-Situationen unter Zeitdruck: 78-jähriger Pneumonie-Patient mit AF 26, SpO2 88 %, HF 112, BD 95/60 → NEWS2 berechnen, korrekt ISBAR rapportieren. Palliative Sedation bei terminalem Bronchus-Ca mit schwerster Dyspnoe → Wirkung dokumentieren mit RASS-Skala, nicht Dosis anpassen.

Das musst du können

  • ABCDE-Schema in der korrekten Reihenfolge — keine Schritte überspringen
  • NEWS2-Score berechnen: ≥5 = Notruf, ≥7 = Reanimationsteam
  • ISBAR-Übergabe strukturiert: Identification · Situation · Background · Assessment · Recommendation
  • WHO-Schmerzleiter 3 Stufen — wann Paracetamol, wann Morphin
  • 5 Top-Symptome am Lebensende kennen und behandeln
  • Sterbephasen nach Kübler-Ross — Verhalten erkennen, nicht 'korrigieren'
  • BESD/PAINAD-Skala bei dementen Bewohnern — Schmerz erkennen ohne verbale Auskunft
  • Stille Aspiration bei Demenz: IDDSI-Stufe 3–4, Oberkörper 90° beim Essen

Beispielaufgaben

8 Aufgaben aus dem Archiv
Multiple ChoiceNiveau 3/5

Welches Medikament ist die Erstmassnahme bei schwerer Anaphylaxie (Kreislauf-/Atemwegsbeteiligung)?

  1. ASofort ein Breitspektrum-Antibiotikum intravenös vor der Adrenalingabe verabreichen.
  2. BParacetamol oral bei schwerer Anaphylaxie als alleinige Erstmassnahme.
  3. CAdrenalin 0.3–0.5 mg i.m. in die Aussenseite des Oberschenkels (Erwachsene)
  4. DNur orale Antihistaminika als alleinige Erstmassnahme bei Kreislaufbeteiligung.
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Multiple ChoiceNiveau 2/5

Was ist die häufigste Ursache einer akuten Bronchitis bei sonst gesunden Erwachsenen?

  1. AAllergie gegen Hausstaubmilben, was in der aktuellen pflegerischen Fachliteratur jedoch nicht empfohlen wird.
  2. BVirale Infektion (z.B. Rhinoviren, RSV, Influenza)
  3. CMykobakterien (Tuberkulose), ohne Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse der betreuten Person.
  4. DStaphylococcus aureus Superinfektion, auch wenn dies in der Alltagspraxis manchmal beobachtet werden kann.
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Multiple ChoiceNiveau 3/5

Welcher Parameter wird nach einem SHT regelmässig pflegerisch überwacht?

  1. ANur Blutzucker alle 2 Stunden, sofern keine ärztliche Verordnung Abweichendes festlegt.
  2. BNur Körpergewicht einmal pro Schicht, insbesondere bei stationären Patienten in der akutsomatischen Pflege.
  3. CAusschliesslich Temperatur stündlich, soweit die ICN-Ethikrichtlinien keine Vorrangregel definieren.
  4. DGCS, Pupillenreaktion, Vitalparameter, neurologische Kontrollen
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Multiple ChoiceNiveau 3/5

Welche Drucktiefe wird bei einem Kind (1–8 Jahre) empfohlen?

  1. A10 cm, soweit die ICN-Ethikrichtlinien keine Vorrangregel definieren.
  2. B1 cm, sofern keine ärztliche Verordnung Abweichendes festlegt.
  3. Cca. 5 cm (ca. 1/3 des Thoraxdurchmessers)
  4. D8 cm, vor allem bei selbstständigen Bewohnerinnen ohne kognitive Einschränkungen.
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Richtig / FalschNiveau 2/5

AVPU ist ein einfaches 4-stufiges Schema, um den Bewusstseinszustand rasch einzuschätzen (Alert, Verbal, Pain, Unresponsive).

RichtigFalsch
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Richtig / FalschNiveau 3/5

Ein gürtelförmiger Oberbauchschmerz bei bekannter Gallensteinanamnese ist ein Alarmsymptom und rechtfertigt eine sofortige Klinikeinweisung.

RichtigFalsch
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Multiple ChoiceNiveau 3/5

Welche klinischen Zeichen weisen auf einen Meningismus hin?

  1. APositives Lasègue-Zeichen bei gestrecktem Bein, typisch für eine Nervenwurzelreizung
  2. BNackensteifigkeit, Kernig- und Brudzinski-Zeichen
  3. CMurphy-Zeichen im rechten Oberbauch bei tiefer Inspiration
  4. DTrendelenburg-Zeichen im Becken beim Einbeinstand
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Multiple ChoiceNiveau 2/5

Welche Symptomkonstellation spricht für ein drohendes toxisches Megakolon?

  1. AFieber > 38.5 °C, Tachykardie, abnehmende Stuhlfrequenz bei gleichzeitiger Bauchdehnung
  2. BObstipation seit einer Woche ohne Schmerz, insbesondere bei stationären Patienten in der akutsomatischen Pflege.
  3. CJuckreiz und Hautausschlag ohne Fieber, soweit die ICN-Ethikrichtlinien keine Vorrangregel definieren.
  4. DNormale Vitalzeichen mit 2–3 Stuhlgängen pro Tag, vor allem bei selbstständigen Bewohnerinnen ohne kognitive Einschränkungen.
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Häufig gefragt

Was bedeutet NEWS2-Score 9?

NEWS2 = 9 ist eine schwere klinische Verschlechterung. Sofortmassnahmen: Pflegefachperson + Arzt rufen, ABCDE-Reassessment alle 5 min, kontinuierliches Monitoring. Bei NEWS2 ≥7 wird auf vielen Stationen das Reanimationsteam (REA-Team / MET) alarmiert. Der NEWS2 fasst AF, SpO2, O2-Gabe, BD systolisch, HF, Bewusstsein und Temperatur zu einem Frühwarnscore zusammen — er ersetzt aber nicht dein klinisches Urteil.

Welche SpO2 ist bei COPD-Patient:innen das Ziel?

88–92 % bei COPD (statt ≥94 % bei Gesunden). Eine SpO2 von 96 % bei COPD-Patient:innen ist nicht 'gut' — sie kann eine CO2-Retention mit Bewusstseinstrübung auslösen. Bei Hyperoxie senkt sich der Atemantrieb (der bei COPD bereits umgepolt ist von CO2- auf O2-Trigger). Verordnete O2-Menge strikt einhalten, bei Zweifel Arzt fragen.

Warum keine routinemässige Flüssigkeitsgabe bei Sterbenden?

Der Körper im Sterbeprozess kann Flüssigkeit nicht mehr verwerten — eine Infusion führt zu Lungenödem, peripheren Ödemen, Rasselatmung und verlängertem Sterben mit mehr Leid. Die richtige Antwort ist Mundpflege alle 1–2 h (Glycerin/Salbei-Tupfer) zur Symptomlinderung des Durstgefühls. Das gilt nur in der Sterbephase, nicht für palliative Patient:innen in stabiler Phase.

Wie strukturiere ich einen Rapport an den Arzt?

Mit ISBAR: Identification (wer ruft, welcher Patient, welches Zimmer), Situation (was ist los, seit wann), Background (Hauptdiagnose, relevante Vorgeschichte, Allergien), Assessment (deine Einschätzung mit ABCDE + Vitalwerten + NEWS2), Recommendation (was schlägst du vor / was brauchst du). Häufiger Anfänger-Fehler: 'es geht ihm nicht gut, er ist so blass' — keine Struktur, keine Handlungsbasis.

Wie erkenne ich Schmerz bei dementen Bewohnern?

Mit Beobachtungsskalen wie BESD (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz) oder PAINAD: Atemmuster, Lautäusserungen, Gesichtsausdruck, Körpersprache, Tröstbarkeit. Verbale Selbstauskunft (NRS 0–10) funktioniert bei MMSE <17 oft nicht mehr. Schmerz wird bei Demenz häufig übersehen oder als 'unruhig' fehlinterpretiert — strukturierte Beobachtung ist Pflicht.