HKB H — Administration, Dokumentation und Materialbewirtschaftung
HKB H sichert Behandlungsqualität, Rechtssicherheit und Vergütung. Du führst die Pflegedokumentation — rechtsverbindlich nach KVG Art. 25a und KLV Art. 7 — übergibst strukturiert mit ISBAR, bewirtschaftest Material und Medikamente nach Stationsstandard und arbeitest mit elektronischen Pflegesystemen (KISIM, Phoenix, Nexus, RAI-NH oder BESA in der Langzeitpflege).
Geprüft werden die Dokumentationsgrundsätze (vollständig, aktuell, sachlich, lesbar, nicht löschen sondern durchstreichen), die Aufbewahrungspflicht von 10 Jahren nach Behandlungsende (OR 962, kantonale Patientengesetze), die Pflegebedarfs-Erfassungssysteme (RAI-NH/BESA in Langzeitpflege, LEP im Akutspital, SwissDRG für Fallpauschalen), und der Umgang mit Fehlern via CIRS-Meldung (anonym, sanktionsfrei, lernend).
Auf FaGefit übst du an realistischen Doku-Situationen: Eintrittsdokumentation Bewohnerin im Pflegeheim (BESA-Ersterfassung innert 14 Tagen, PV scannen, Medikamentenabgleich Hausarzt vs. Spital-Austrittsbericht), Spätschicht → Nachtschicht-Übergabe in ISBAR-Form (max. 2 min pro Patient), CIRS-Meldung nach falscher Insulindosis (anonym, nicht Schuldzuweisung).
Das musst du können
- Pflegedokumentation rechtsverbindlich nach KVG Art. 25a / KLV Art. 7
- 10 Jahre Aufbewahrung nach Behandlungsende (OR 962, kantonale Patientengesetze)
- Sachliche Sprache: 'lehnt Pflege ab, äussert ...' statt 'ist zickig'
- Korrekturen: durchstreichen so dass Original lesbar bleibt, mit Datum + Zeichen
- RAI-NH / BESA in Langzeitpflege — 12 Stufen, kassenrelevant
- ISBAR-Übergabe max. 2 min pro Patient — Veränderungen + Risiken + ausstehende Tätigkeiten
- Materialbewirtschaftung: FIFO, Mindestbestände, Verfalldatum vs. MHD
- CIRS-Meldungen anonym + sanktionsfrei — Lernpotenzial, nicht Schuld
Beispielaufgaben
6 Aufgaben aus dem ArchivWie lange dauert die berufliche Grundbildung zur Fachfrau/zum Fachmann Gesundheit EFZ gemäss Bildungsverordnung?
- A3 Jahre
- B5 Jahre
- C2 Jahre
- D4 Jahre
Welche Handlungskompetenzen fasst HKB e 'Durchführen unterstützender Prozesse' im BiPla-Entwurf 2025 zusammen?
- Ae1 Apparate/Mobiliar; e2 Verbrauchsmat./Med.; e3 Ein-/Über-/Austritte; e4 Transporte (HKB e BiPla 2025).
- BNur Medikamentenbestellung und Entsorgung — als Handlungskompetenzen HKB e «Durchfuehren unterstuetzender Prozesse» im BiPla-Entwurf 2025.
- CICT-Support und Netzwerkadministration — als Handlungskompetenzen HKB e «Durchfuehren unterstuetzender Prozesse» im BiPla-Entwurf 2025.
- DBuchhaltung, Mahnwesen, Lohnabrechnung — als Handlungskompetenzen HKB e «Durchfuehren unterstuetzender Prozesse» im BiPla-Entwurf 2025.
Woran orientiert sich die Assistentin / der Assistent Gesundheit und Soziales EBA bei ihrer/seiner Arbeit laut Berufsbild?
- AAn den gesetzlichen Vorgaben des Bundes
- BAn den Anweisungen der Klientenangehörigen
- CAn den persönlichen Werten der Klientinnen und Klienten
- DAn den Werten und Leitideen der Organisation
Situation:
Persönliche Angaben Frau Ursula Ruckstuhl ist 78 Jahre alt und lebt im Pflegeheim Riedhof. Sie hat seit zwei Wochen ein chronisches Wundproblem am Steissbein (Dekubitus Kategorie II).
Lebensgeschichte Frau Ruckstuhl ist verwitwet und hat zwei Söhne. Sie ist seit einem Hirnschlag bettlägerig.
Pflegesituation Sie führen heute die Pflegedokumentation für Frau Ruckstuhl nach. Sie haben den Verbandwechsel an der Wunde durchgeführt, dabei eine leichte Vergrösserung der Wundfläche bemerkt und auf Anweisung der Wundberaterin den Verbandtyp gewechselt.
Medizinische Diagnosen
- Dekubitus Kategorie II Sakralbereich
- Status nach Hirnschlag mit Bettlägerigkeit
Medikamentöse Behandlung
| Medikament | Morgens | Mittags | Abends | Nachts |
|---|---|---|---|---|
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Aspirin Cardio® Tbl. à 100 mg | 1 | |||
| --- | --- | |||
| Dafalgan® Tbl. à 1 g | 1 | 1 | 1 |
Aufgabe: Nennen Sie vier Grundsätze, die für eine fachlich korrekte Pflegedokumentation gelten.
Welche Aussage zur VPA-Aufgabenzusammenstellung (Position 1) ist gemäss Ausführungsbestimmungen 2025 korrekt?
- AAlle sechs Aufgaben werden frei gewählt aus einem Katalog, insbesondere bei stationären Patienten in der akutsomatischen Pflege.
- BDrei HK aus HKB a und drei HK aus HKB c, vor allem bei selbstständigen Bewohnerinnen ohne kognitive Einschränkungen.
- CAusschliesslich medizinaltechnische Handlungskompetenzen aus HKB c, sofern keine ärztliche Verordnung Abweichendes festlegt.
- DJe eine HK aus den HKB a, b und c, eine HK aus HKB d oder e sowie zwei weitere versorgungsbereichsspezifische HK
Welche Kompetenzbereiche umfassen die Handlungskompetenzen gemäss Art. 3 der BiVo FaGe EFZ?
- AFach-, Methoden-, Kommunikations- und Sozialkompetenzen
- BFach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen
- CFach-, Praxis-, Sozial- und Methodenkompetenzen
- DFach-, Sozial-, Führungs- und Selbstkompetenzen
Häufig gefragt
Wie lange muss Pflegedokumentation aufbewahrt werden?
10 Jahre nach Behandlungsende — gemäss OR Art. 962 und kantonalen Patientengesetzen. Eine Aufbewahrung von nur 5 Jahren (häufige Falschannahme aus dem privaten Bereich) ist unzulässig. Bei minderjährigen Patient:innen empfehlen viele Kantone, bis zum 25. Geburtstag aufzubewahren. Die Aufbewahrungspflicht gilt auch bei Wechsel oder Schliessung der Institution.
Was ist der Unterschied zwischen MHD und Verfalldatum?
MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) sagt: 'mindestens haltbar bis ...' — danach möglich, aber nicht garantiert (z.B. Verbandmaterial). Verfalldatum (Expiry) ist hart — danach nicht mehr verwenden (Medikamente, Sterilgut). Bei Medikamenten gilt das Verfalldatum strikt, 'noch ein paar Monate ok' ist falsch und kann zu Wirkverlust oder Toxizität führen. Bei Sterilgut zählt zusätzlich die Verpackungsintegrität — beschädigte Sterilgüter verwerfen, auch wenn das Datum noch gültig ist.
Darf ich subjektive Bemerkungen in der Pflegedoku schreiben?
Nein. Subjektive Wertungen ('unangenehmer Bewohner', 'mühsame Tochter') sind Datenschutzverletzung — Patient:innen haben Einsichtsrecht nach DSG Art. 25. Korrekt: objektive Beschreibung des beobachteten Verhaltens + Zitat. Beispiel: nicht 'Bewohnerin ist zickig', sondern 'Bewohnerin lehnt Körperpflege ab, äussert: lassen Sie mich in Ruhe'.
Was ist eine CIRS-Meldung?
CIRS (Critical Incident Reporting System) ist ein Fehlermelde-System: anonym, sanktionsfrei, lernend. Bei Beinaheunfällen oder echten Fehlern (z.B. falsche Insulindosis) machst du eine CIRS-Meldung, damit das Team aus dem Vorfall lernen kann. CIRS ersetzt nicht die Abweichungsmeldung im Patientendossier — beides ist nötig. Wichtig: CIRS ist nicht Schuldzuweisung, sondern Systemverbesserung.
Wie strukturiere ich die Übergabe Spätschicht → Nachtschicht?
Mit ISBAR pro Patient, max. 2 min — kein 'Geschichtenerzählen'. Schwerpunkt auf Veränderungen seit der letzten Übergabe, ausstehende Tätigkeiten (Medikamentengabe um 22:00, Kontrolle um 02:00), Risiken (Sturz, Suizid, Weglauf-Tendenz). Ohne Struktur dauert eine Übergabe 45 min statt 15 min, alle reden durcheinander, Wichtiges geht unter.